Kostenintensive Umbenennung statt notwendiger Umbau

Bereits seit einiger Zeit plant die Leitung der Freien Universität Berlin die Umbenennung des U-Bahhofs Thielplatz in Freie Universität Berlin. Bereits im März 2015 organisierte das Präsidium der FU unter Leitung von Peter André Alt eine Versammlung für Anwohner*innen des U-Bahnhofes, um über die geplante Umbenennung zu diskutieren bzw. diese zu bewerben.

Und auch die Anfrage der Studierenden im Akademischen Senat in diesem Frühjahr ließ zu Tage treten, dass es die FU ernst meint mit der Umbenennung. Begründet wird dieser Schritt zum einen mit dem Prestigegewinn für die Universität, zum anderen damit, dass dies insbesondere Studierenden, die neu an der Universität sind, und Gästen der FU die Orientierung erleichtere.
Was edel und rücksichtsvoll klingt erscheint jedoch als instrumentelle Argumentation, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass der U-Bahnhof Thielplatz noch immer nicht annähernd barrierefrei ist. Menschen, die auf einen Fahrstuhl angewiesen sind, weil sie sich im Rollstuhl bewegen oder anderweitig bewegungseingeschränkt werden, können den U-Bahnhof nicht nutzen. Für Studierende, die dies betrifft heißt das, in Dahlem Dorf auszusteigen, um auf den schmalen Dahlemer Fußwegen in ihr Seminar oder an ihren Arbeitsplatz zu gelangen.

Alle Bemühungen der letzten Jahre von studentischer Seite um einen Umbau des U-Bahnhofs wurden dabei stets mit dem Hinweis auf die Hohen Kosten abgebügelt.
Davon abgesehen, dass Barrierefreiheit nicht per se monetär aufgerechnet werden sollte, erscheint dieses Argument jedenfalls seit der FU-Initiative für eine Umbennung vorgeschoben und geradezu lächerlich. Die Erfahrung mit anderen Umbenennungen zeigen, dass eine solche Kosten im 6-stelligen Bereich verursacht. Wer diese tragen soll, ist bisher noch unklar.

Statt sich also tatsächlich für die eigenen Studierenden, Angehörigen und Gäste der FU stark zu machen und diesen die Wege von und zur Universität zu erleichtern, geht es dem Präsidium mal wieder ums Image.
Statt eines Fahrstuhl soll es neue Schilder geben – statt eines notwendigen Umbaus eine kostenintensive Umbenennung.